Swingweight . Twistweight
. DT-Wert . Faktoren für
dein Tennis-Setup
Besaitungstechnik – die
entscheidenden Faktoren für ein
stimmiges Setup
Eine gute Tennisschlägerbesaitung ist mehr als
die Kombination aus Saite und Kilozahl. Für ein
präzise abgestimmtes und reproduzierbares
Tennis-Setup ist es sehr hilfreich die
Zusammenhänge zu verstehen, um verschiedene
Faktoren zu berücksichtigen und entsprechend
einzuordnen.
Der DT-Wert beschreibt die resultierende Härte
des Saitenbetts, während Swingweight und
Twistweight entscheidenden Einfluss auf das
Spiel- und Schwungverhalten des Schlägers
haben. Auch die richtige Griffgröße und Griffform
beeinflussen Kontrolle, Handling und Spielgefühl.
Ebenso wichtig ist die technische Grundlage: Eine
präzise arbeitende Besaitungsmaschine, die
richtige Besaitungstechnik sowie geeignetes
Mess- und Diagnoseequipment schaffen die
Voraussetzungen, um diese Faktoren nicht nur
einzuschätzen, sondern zuverlässig zu erfassen
und aufeinander abzustimmen.
Erst das Zusammenspiel dieser Komponenten
ermöglicht ein Setup, das zum Schläger, zur
Besaitung und vor allem zum Spieler passt.
Bei Besaitungsstudio erhälst du erstklassige,
fachliche und handwerkliche Umsetzung auf
High-Tech Maschinen und alle benötigten
Messmittel.
DT-Wert : Die Härte des Saitenbett‘s
Der DT-Wert (DT = Dynamic Tension) ist der einzige
Wert, die Flächenhärte einer Besaitung zu
beschreiben. Er gibt an, welche Kraft in kg
benötigt wird, um das Saitenbett um 1 cm
einzudrücken. Der absolute Wert hat nichts mit
dem beim Bespannen eingestellten Zuggewicht
zu tun. Er ist neben weiteren Parameter nur ein
Resultat davon.
Was den DT-Wert beeinflusst
•
das eingestellte Zuggewicht beim Bespannen
•
die Arbeitsweise des Besaiters
•
die verwendete Maschine (Hebel / Kurbel /
elektronisch / Linearzug ….)
•
die Elastizität der Saite
•
das Saitenmuster des Schlägers
•
die Kopfgröße des Schlägers
•
die Härte des Schlägers
Mögliche Tennisschlägersetups mit
identischem DT-Wert
•
steife Saite weich bespannt
•
elastische Saite hart bespannt
Die Setups werden sich unterschiedlich spielen.
Kann jeder ausprobieren. Man kann somit nicht
pauschal einen DT-Wert nennen, der für das
persönliche Spiel unabhängig von Saite und
Schläger immer passend ist.
Mögliche Erklärung gemessener
DT-Wert und Spielverhalten
unterschiedlicher Setups
Zu Erklären wäre das durch ein Nicht-Lineares
Verhalten des Saitenbettes beim Eindrücken. Eine
steifes Material verhärtet bei geringfügiger
Auslenkung des Saitenbettes eben deutlich
schneller als ein elastisches Material. D.h aber
auch, dass sich mit zunehmender
Schlaggeschwindigkeit das steife Saitenbett
deutlich schneller hart anfühlen wird als das
elastische. Somit ist die persönliche Spielweise
und der Schlag auf den Ball mit entscheidend.
Warum ist die DT-Wert - Messung
unverzichtbar?
•
Ohne Messung steht man komplett im Nebel
und es ist kein Vergleich möglich
•
Wiederholbarkeit: hat eine Spieler mehrere
Schläger, will er in der Regel, daß alle gleich
sind (Kontrollfunktion)
•
liegen ausreichend Erfahrungswerte und
Messungen vor, kann der Besaiter abschätzen,
wie eine bestimmte Konfiguration letztendlich
„aus der Maschine“ kommen wird und wie sich
das spielt
•
Ermittlung initialer Verlust direkt nach dem
Bespannen, d.h. Rückschlüsse auf
Besaitungstechniken und die Umsetzung mit
geringstmöglichen Verlusten werden messbar
•
Erfassen natürliche Spannungsverluste über
die Spieldauer (Qualität der Saite) bzw. wann
eine Neubesaitung sinnvoll wird
•
Durch Messungen an verschiedenen Stellen
des Saitenbettes kann eine Aussage über die
Sweetspotgröße gemacht werden
Dynamischer DT-Wert : Messung
Eines der international akzeptierten
Referenzgeräte für die dynamische DT-Wert-
Messung ist das ERT 300. Das Saitenbett wird in
Schwingung versetzt und simuliert den
Ballschlag. Auf Basis dieser Schwingungen
ermittelt das Gerät die Flächenhärte. Das Gerät ist
immer an exakt derselben Stelle in der Mitte über
der längsten Quersaite zu platzieren. Außermittig
wird der Wert höher sein, bzw. das Gerät kann
keinen Wert ermitteln.
Das System ist darauf angewiesen, dass das
Saitenbett auch in Schwingungen versetzt
werden kann. Bei Schlägern mit sehr offenem
Saitenbild (z.B. 100er Kopf - 18 / 16) kann es
vereinzelt zu Fehlern kommen. Hier scheint das
Saitenbild (abhängig von der Bespannung) für eine
Schwingungsmessung nicht ausgewogen genug
zu sein.
Da das ERT 300 nur volle Werte anzeigen kann, ist
eine Abweichung von einem DT-Wert tolerierbar.
Liegt der gemessene Wert genau in der Mitte, kann
es passieren, dass bei mehreren unmittelbar
aufeinanderfolgenden Messungen das Ergebnis
zwischen diesen beiden Werten „springt“.
Statische DT-Wert : Messung
Bei der statischen Messung wird das Saitenbett
aktiv eingedrückt. Die Elastizität der Saite geht
unmittelbar in die Messung ein. Eine Messung des
DT-Wertes über die komplette Fläche des
Saitenbettes ist möglich. Bekannte Vertreter zur
Messung des statische DT-Wertes sind das
Babolat RDC oder das stringlab 2. Das stringlab 2
zeigt bis zu 2 Dezimalstellen an.
Swingweight : Extrem Wichtig !
Dem Schwunggewicht ( Swingweight ) wird beim
Schlägerkauf von einem Großteil der Spieler
wahrscheinlich am wenigsten Beachtung
geschenkt. Saitenbild - Kopfgröße - Balancepoint
und Gewicht sind die wesentlichen
Entscheidungskriterien. Das sind Werte, die in der
Regel auf dem Schläger aufgedruckt sind. Das
Schwunggewicht bestimmt jedoch ganz
wesentlich wie sich ein Schläger während der
Schlagphase anfühlt. Der Balancepoint allein ist
dafür nicht aussagekräftig genug. Sehr leichte
Schläger sind in der Regel sehr kopflastig um
überhaupt auf ein vernünftiges Schwunggewicht
zu kommen und den Schläger damit spielbar
machen. Das sagt aber nichts über die eigentliche
Höhe des Schwunggewichtes aus.
Der Balancepunkt ist der rein statische
Schwerpunkt des Schlägers. Das
Schwunggewicht ist physikalisch gesehen das
rotatorische Trägheitsmoment des Schlägers in
der Schwungphase. Reduziert man die Masse des
Schlägers auf einen Punkt dann würde sich das
Trägheitsmoment nach der Gleichung
Trägheitsmoment = mSchläger x Balancepoint ^ 2
berechnen lassen. Das wäre zu einfach und ist so
- zumindest zur Ermittlung des
Schwunggewichtes - nicht richtig. Je nachdem
wie die Masse über die Länge des Schlägers
verteilt ist, hat das unterschiedlich starken Einfluß
auf das Schwunggewicht. Der Abstand geht
quadratisch ein. Nur geringfügig höhere Masse am
Schlägerkopf hat einen hohen Einfluss auf das
Schwunggewicht. Zudem ist per Definition die
Rotationsachse in einem Abstand von 10cm vom
Griffende aus festgelegt. Dies wäre zwar
rechnerisch zu kompensieren (Satz von Steiner),
die Unbekannte der tatsächlichen, werksseitigen
Gewichtsverteilung bleibt jedoch bestehen.
Balance
Massenschwerpunkt Schläger
Rotationsachse
10cm
b
a
Massensegmente
Moderne Swingweight - Maschinen ermitteln den
tatsächlichen Wert nach den Gesetzmäßigkeiten
eines physischen Pendels. Ein physisches Pendel
dient (unter anderem) zur experimentellen
Bestimmung des Trägheitsmomentes. Der
Schläger wird eingespannt und der Wert nach
einigen Schwingungsdurchläufen ermittelt. Der
Einsatz einer Swingweightmaschine ist für ein
professionelles Schlägertuning und ein
reproduzierbares Tennisschlägersetup
unverzichtbar.
Je höher der ermittelte Wert, desto mehr Kraft
muss aufgebracht werden um den Schwung zu
erzeugen. Der Schläger fühlt sich während des
Schwungs schwerer an. Mit zunehmendem
Schwunggewicht kann mit guter Technik auch
mehr Power und Kontrolle generiert werden -
sofern man physisch dazu in der Lage ist.
Teilweise werden die Werte von den Herstellern
angegeben. Die Einheit ist [kg*cm^2]. Meist sind
das aber Werte eines „nackten“ (unbespannten)
Schlägers. Spielfertige Schläger haben ein
höheres Schwunggewicht. Man muss also wissen,
welche Werte man zum Vergleich heranzieht.
Letztendlich dürfte der Wert des spielfertigen
Schlägers entscheidend sein. Gleiche ich
unterschiedliche Schläger aneinander an, dann
mache ich das generell unbesaitet und ohne
Overgrip.
Was das Schwunggewicht beeinflusst
(spielfertig)
•
die absolute Masse des Schlägers
•
die Gewichtsverteilung des Schlägers
•
Saiten
•
Vibrationsdämpfer
•
evtl. Zusatzgewichte (Blei etc.) - Abhängig von
der Positionierung
Twistweight : Für mehr Stabilität
Gemeint ist hier, wie sich der Schläger bei einer
Rotation um die Schlägerachse verhält (direkte
Line mittig Griffende bis Kopfende). Wenn
Hersteller davon sprechen, die Stabilität des
Schlägers wurde erhöht, dann geht das meist
auch mit einer Erhöhung des Twistweight - Wertes
einher. Im Prinzip gelten exakt die gleichen
Gesetzmäßigkeiten wie bei der Ermittlung des
Schwunggewichtes. Geräte, die diesen Wert
ermitteln können sind rar. Das von mir verwendete
metortune ist ein echtes HighEnd-Gerät und
kann das.
Werte werden von den Herstellern in der Regel
nicht kommuniziert (Swingweight teilweise).
Höhere Werte machen den Schläger
fehlerverzeiender, stabiler bei außermittig
getroffenen Bällen und erweitern den Sweetspot.
Im Gegenzug leidet das Handling. Insbesondere
bei Schlägen, die eine Bewegung um die
Längsachse erfordern, ist das ein Nachteil.
Bekommt man das nicht rechtzeitig hin, trifft man
den Ball nicht optimal. Dann vielleicht doch ein
geringerer Wert und den Ball richtig treffen. Bei
nur geblockten Bällen ist ein hoher Twistweight-
Wert eher von Vorteil.
Wie bei allem ist das nur ein Baustein für das
persönlich beste Setup. Durch Hinzufügen von
Gewicht kann der Wert erhöht werden. Im
Besonderen auf 3 & 9 Uhr. Allerdings beeinflußt
das alle anderen Parameter (Balance,
Swingweight, Schlägergewicht) gleichermaßen.
Da eine signifikante Erhöhung - anders als für
Maßnahmen zur Erhöhung des
Schwunggewichtes - nur mit relativ viel
Zusatzmasse möglich ist, sollte schon das
Basissetup des Schlägers relativ gut passen.
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Denkendorf - regional und deutschlandweit.