Besaitungsmaschinen –
Technik, Präzision und
Unterschiede
Die Besaitungsmaschine ist weit mehr als nur ein Werkzeug zum Einziehen einer Tennissaite. Konstruktion, Spannsystem, Einspannung und Zangen haben direkten Einfluss darauf, wie präzise und reproduzierbar ein Tennisschläger besaitet werden kann.Dabei bedeutet eine eingestellte Zugkraft von beispielsweise 24 kg nicht automatisch, dass mit jeder Maschine dasselbe Besaitungsergebnis entsteht. Unterschiede im Spannsystem, beim Nachregeln der Zugkraft, bei den Zangen oder der Rahmenfixierung können sich auf die tatsächlich erreichte Flächenhärte und deren Gleichmäßigkeit auswirken.Wer Besaitungsergebnisse vergleichen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Saite und Kilogrammzahl schauen – sondern auch auf die verwendete Besaitungsmaschine und eine professionelle Umsetzung.
Wo liegen die qualitativen Unterschiede
einer Besaitungsmaschine?
Besaitungsmaschinen gibt es in einer sehr großen finanziellen Bandbreite. Auch mit günstigen Maschinen lassen sich – mit einigen Einschränkungen - für den Privatgebrauch schon ordentliche Ergebnisse erzielen. Doch welche Bestandteile machen den Unterschied?
Präzision des Spannsystems
Egal welches Spannsystem Verwendung findet - die eingestellte Zugkraft muss reproduzierbar und über den gesamten Besaitungsprozess bis zum Abklemmen der Saite konstant gehalten werden. Bei mechanischen Zugsystemen ist der Besaiter zum großen Teil für die Präzision verantwortlich. Gute elektronische Systeme ermöglichen - neben den wiederholt präzisen Einstellmöglichkeiten - auch ein kontrolliertes und schnelles Nachregeln aufgrund der Saitendehnung. Kalibrierung und regelmäßige Überprüfung von eingestellter Zugkraft und resultierender Saitenspannung ist Vorraussetzung für konsistente Ergebnisse. Eine hochwertige Maschine allein garantiert noch keine korrekte Zugkraft.
Qualität der Zangen
Eine gute Zange muss die Saite sicher halten, ohne sie zu beschädigen. Rutscht die Saite beim Abklemmen auch nur geringfügig durch, geht Spannung verloren und die Saite wird beschädigt. Um das zu gewährleisten, müssen die Zangen präzise einstellbar sein. Optimal ist zudem ein Arretiersystem, um ein Lösen der Einstellung während des Besaitungsprozesses auszuschließen. Es gibt auch selbsteinstellende Zangen, wo das aktive Einstellen der Zangen entfällt. Hochwertig beschichtete Klemmbacken sowie solide und verschleißfeste Mechanik gehören bei guten Zangen zum Standard.
Zangenbasis: Fixierung und Pull-Back
Nicht nur die Zange selbst, sondern auch deren Basis beeinflusst das Ergebnis. Spiel in der Mechanik, unzureichende Fixierung und Führung, Verdrehen der Basis, oder ein Zurückziehen (Pull-Back) der Zange nach Entlastung durch die Zugeinrichtung führt zu Spannungsverlusten. Hochwertige Systeme lassen nur minimalste dieser Bewegungen zu.
Die mechanische Basis: Rahmenaufnahme
und Fixierung
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Stabilität der Schlägeraufnahme: muss gut einstellbar, absolut solide und verwindungssteif sein. Gerade bei günstigeren Systemen wird hier nicht so genau hingeschaut …. 6-Punkt-Systeme sind heute bei allen guten Maschinen Standard. Mit längsverstellbaren Domen zur Anpassung auf verschieden große Schläger wird eine bestmögliche Kraftverteilung bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Belastungen des Schlägerrahmens erreicht.
Komfort- und Zusatzfunktionen
Knotenfunktion
Aufwand - unterbricht Workflow
Constant Pull
Systemvorgegeben
Prestretch
nur manuell vor dem Bespannen
Zuggeschwindigkeit
sehr bedingt manuell möglich - Konsistenz ausgeschlossen
Arretierung Spannkorb
mechanisch möglich
Speicherplätze
nein
Elektronische Systeme bieten nicht nur mehr Komfort. Einige sehr wichtige Zusatzfunktionen sind bei manuellen Maschinen überhaupt nicht - oder nur teilweise und das meist mit Einschränkungen möglich. Für eine gute Besaitung nicht zwingend ein KO-Kriterium, jedoch ist das volle Potential aller Möglichkeiten eben nicht ausschöpfbar.
Constant Pull und LockOut – warum 24
kg nicht immer 24 kg sind
LockOut
Das LockOut-System fixiert die Saite beim Erreichen der Nennspannung. Dehnt die Saite nach, ist die verbleibende Spannung in der Saite geringer als bei einem ConstantPull-System (System regelt nicht nach). Dieser Umstand muss beim Bespannen berücksichtigt werden.
Constant Pull
Ein ConstantPull-System erhält die Zugspannung bis zum Abklemmen der Saite aufrecht. D.h. das System regelt nach, wenn sich die Saite dehnt. Der Sollwert wird bis zum Abklemmen der Saite gehalten.
Besaitungsmaschine & Besaiter -
Präzision im Verbund für konsistente
Ergebnisse
Die eingestellte Kilogrammzahl ist eine reine Vorgabe an die Maschine – sie ist nicht das fertige Besaitungsergebnis. Insbesondere der DT-Wert eignet sich ganz hervorragend die Reproduzierbarkeit des Besaitungsergebnisses bei exakt identischen Bedingungen nachzuweisen.Hat man wechselnde Bedingungen bei …•Spannsystemen und deren Regelverhalten•der Genauigkeit bzw. Kalibrierung der Maschine•den Zugsystemen•den Einstellungen bzgl. der Geschwindigkeit des Zugvorgangs•der Dauer bis zum Abklemmen•der Qualität und Einstellung der Zangen•möglichen Pull Back‘s der Zangen•der korrekten Rahmenfixierung•der Arbeitsweise des Besaiters - Erfahrung - Kontrolle - Abläufe•Saiten und deren Dehnungsverhalten•Besaitungsmustern und Knotentechnikkönnen sich die Besaitungsergebnisse und die sich ergebenden DT-Werte voneinander unterscheiden. Ein professioneller Besaitungsservice mit ausreichend Erfahrung und gutem Equipment sollte immer konsistente und wiederholbare Ergenisse liefern können.
Rotationskopf vs Linearzug
Rotationsköpfe bringen wieder etwas Verluste und damit Ungenauigkeiten in das System. Alle Profi-Maschinen sind Linearzugmaschinen.
Welche Arten von Besaitungsmaschinen
gibt es?
Hebelarmmaschinen
Das System Hebelarm ist vom Prinzip her einfach und gut. Grundsätzlich können damit sehr präzise Ergebnisse erzielt werden. Erfordert aber vom Besaiter absolut exaktes Arbeiten. Hier liegt das größte Fehlerpotential bei diesem System. Die Saite ist abzuklemmen, wenn der Hebel absolut waagrecht steht und das am besten in immer gleichem Zeitraum um auch konsistente Ergebnisse zu erhalten. Das kann bei sehr elastischen Saiten problematisch werden. Zudem ist auch die Einstellung bzw. Positionierung des Gewichtes - für konsistente Bedingungen - schwer zu reproduzieren. Größter Nachteil: langsamerer Arbeitsablauf und sehr bedienungsabhängig.
Kurbelmaschinen / Lockout-Systeme
Mit einer Kurbelmaschine ist man deutlich schneller als mit einer Hebelarmmaschine. Die Fehlerquelle der Waagrechtstellung entfällt. Die eingestellte Zugkraft wird erreicht, anschließend verriegelt das Spannsystem. Entspannt sich die Saite danach, wird diese Spannung nicht automatisch nachgeregelt. Es sind sehr konsistente, wiederholbare Ergebnisse möglich. Durch den LockOut und der fehlenden ConstantPull – Funktionalität ist die Zugspannung entsprechend anzupassen wenn man vergleichbare Ergebnisse zu einer CP-Maschine erzielen möchte.
Elektronische Besaitungsmaschine
Gegenüber den mechanischen Maschinen, lassen sich je nach Ausbaustufe alle Parameter präzise einstellen. Kontrollierte und komfortable Arbeitsabläufe werden möglich. Elektronisches Prestretch, Knotenspannung, Zuggeschwindigkeit, Drehtischbremse um nur ein paar Features zu nennen. Richtige Kalibrierung vorausgesetzt (gilt aber auch für die mechanischen Maschinen), hat man immer identische Voraussetzungen. Die Einstellung der Zugspannung kann sehr fein abgestuft und vor allem reproduzierbar erfolgen. Entscheidend ist allerdings, wie die Elektronik die Zugkraft regelt. Bei den mechanischen Maschinen ist das Einstellen in der Regel etwas ungenauer und erfordert sehr gewissenhafte Arbeit des Besaiters.
Elektronische Constant-Pull-Systeme
Ein ConstantPull-System erhält die Zugspannung bis zum Abklemmen der Saite aufrecht. D.h. das System stellt nach, und gleicht das unmittelbare Nachgeben der Saite aus. Dadurch unterscheidet sich das Verhalten grundsätzlich von einem Lockout-System.
Fazit: Was zeichnet eine professionelle
Besaitungsmaschine aus?
Kurz zusammengefasst: Präzises und reproduzierbares Spannsystem, hochwertige Zangen und Zangenbasen, stabile Rahmenaufnahme, geringe mechanische Toleranzen, kontrollierbare Zuggeschwindigkeit, zuverlässige Kalibrierbarkeit und ein ergonomischer Arbeitsablauf.Eine professionelle Maschine macht nicht automatisch eine professionelle Besaitung. Sie schafft aber die technischen Voraussetzungen dafür
Welche Besaitungsmaschine liefert die
beste Besaitung?
Mit allen genannten Systemen lassen sich mit der richtigen Technik und Arbeitsweise hervorragende Ergebnisse erzielen.Es gibt nicht einfach eine Maschine, die automatisch das beste Ergebnis erzeugt. Eine gut gewartete und korrekt bediente einfachere Maschine kann sehr gute Ergebnisse liefern. Professionelle elektronische Constant-Pull-Maschinen bieten jedoch technische Voraussetzungen, die schnelle, präzise und reproduzierbare Arbeitsabläufe erleichtern.Der Unterschied liegt also weniger darin, dass auf Maschine X „gutes Tennis“ und auf Maschine Y „schlechtes Tennis“ herauskommt. Interessanter ist, wie zuverlässig ein einmal gefundenes Setup beim nächsten Besaiten wieder erreicht wird.
Linear - Gripper , Active Puller oder
Diabolo-System?
Die Zugeinrichtung – der sogenannte Tensioner – gehört zu den entscheidenden Komponenten einer professionellen Besaitungsmaschine. Dabei zählt nicht nur, wie exakt die eingestellte Zugkraft erreicht wird, sondern auch, wie die Saite gegriffen, geführt und auf Spannung gebracht wird.Gerade hier unterscheiden sich moderne Maschinenkonzepte deutlich. Neben dem klassischen Linear-Gripper kommen Systeme mit vorgeschaltetem Diabolo zum Einsatz, das durch die Umschlingung einen Teil der Zugkraft aufnimmt und damit die Spannbacken entlastet. Einen anderen Ansatz verfolgt Babolat mit dem Advanced Gripper, dessen Spannbacken automatisch an die Saite zugestellt werden.Bei hochwertigen HEAD-Systemen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die automatische Höhenanpassung des Tensioners richtet die Zugeinrichtung zur jeweiligen Saite aus. Dadurch wird die Umlenkung der Saite am Ösenaustritt möglichst gering gehalten und zusätzliche Reibung zwischen Saite und Öse bzw. Rahmen reduziert.Die unterschiedlichen Lösungen zeigen: Ein Tensioner hat weit mehr Aufgaben als lediglich die eingestellte Zugkraft zu erzeugen. Saitenführung, Umlenkwinkel, Reibung und die Belastung der Saite im Gripper können sich je nach Maschinenkonzept deutlich unterscheiden – und damit auch das tatsächliche Verhalten während des Besaitungsvorgangs.
Selbstverstärkende Klemmung am Tensioner
Bei allen Systemen wird die Saite zwischen 2 Backen gehalten. Die Spannbacken laufen in einer keilförmigen Führung. Mit zunehmender Zugkraft werden sie stärker gegeneinander gedrückt – die Klemmkraft passt sich dadurch mechanisch an die anliegende Saitenzugkraft an. Eine in sich selbstverstärkende Klemmung. Je höher die Zugkraft, desto mehr werden die beiden Backen auch zusammengedrückt. Hohe Kräfte können zu Abdrücken oder Marker auf der Saite führen. Anders als bei den Klammern, kann man in den allermeisten Fällen den Hub hier nicht begrenzen um ein übermäßiges Quetschen der Saite zu verhindern. In der Regel, ist das Auftreten dieser unschönen Marker rein kosmetischer Natur.
Linear Gripper mit Höhenanpassung
Abhängig vom Höhenversatz zwischen Öse und Gripper entstehen durch die Umlenkung Reibkräfte, die die tatsächliche Spannung der Seite im Schlägerrahmen reduzieren können. Die Spannung im Rahmen ist etwas geringer als die eingestellte Zugspannung der Maschine. Gripper mit automatischer Höhenanpassungen sollen diesen Effekt minimieren.
Active Puller
Wird als „advanced puller“ beschrieben. Die Backen werden aktiv unmittelbar vor der eigentlichen Zugbewegung geschlossen. So kann ein anfängliches Durchrutschen der Saite bis zum Aufbau der Zugraft reduziert werden. Optimal wäre es, wenn in diesem Zusammenhang die benötigte Klemmkraft aktiv regelbar wäre. Einen belastbaren Hinweis dafür, dass ein Sensor im Puller die notwendige Klemmkraft der Spannbacken fortlaufend misst und individuell an Poly, Multi, Darm oder den Durchmesser anpasst, ist in den Dokumentationen nicht zu finden.
Diabolo-System
Durch die Umschlingung wird bereits ein Teil der Kraft über Reibung am Diabolo aufgenommen. Die Spannbacken müssen entsprechend weniger Haltekraft übertragen. Weniger Flächenpressung bzw. weniger Relativbewegung im Gripper. Die Saite wird deutlich schonender gezogen. Wer also einen Diabolo hat, sollte den auch unbedingt nutzen!
Unterschiedliche Konzepte – welches ist
das beste?
Linear-Gripper, Diabolo-System oder Babolat Advanced Gripper – jedes dieser Konzepte verfolgt einen etwas anderen technischen Ansatz und hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Einige Unterschiede lassen sich physikalisch eindeutig erklären: Ein Diabolo reduziert beispielsweise die auf den Spannbacken anliegende Zugkraft, eine angepasste Höhe des Tensioners verringert Umlenkung und Reibung am Ösenaustritt, während selbstverstärkende oder aktiv zugestellte Spannbacken die Saite auf unterschiedliche Weise sicher im Gripper halten können.
Welche Auswirkungen haben die Konzepte?
Als physikalisches Modell zur Darstellung des Einflusses des Umlenkwinkels eignet sich die Euler-Eytelwein-Gleichung. Zwar entspricht eine Tennissaite am Ösenaustritt oder die Umschlingung des Diabolos aufgrund der Steifigkeit und der unterschiedlichen Geometrien oder Materialpaarungen der Saiten diesem idealisierten Modell nicht vollständig – aber für eine Abschätzung des Einflusses der Umlenkwinkel ist dieser Zusammenhang als physikalisches Modell bestens geeignet.
Einfluss Winkel an der Öse:
Auch wenn der Reibwert oder der Winkel aufgrund unterschiedlicher Parameter individuell schwanken, wäre die Saitenspannung immer nur dann gleich der eingestellten Zugspannung, wenn der Ein- oder Austrittswinkel an der Öse Null wäre - oder keine Reibung vorliegt, was auszuschließen ist.
Einfluss des Diabolos:
Recht eindeutig zu sehen - ein Diabolo reduziert die vom Gripper benötigte Haltekraft. Auch wenn die realen Parameter nur abzuschätzen sind - und die Ermittlung der absoluten Werten nicht seriös auf rechnerischem Weg zu ermitteln sind - bleibt der positive Effekt der reduzierten Klemmung der Saite.
Nicht beantwortet bleibt, welche praktische Relevanz diese Unterschiede für das fertige Besaitungsergebnis tatsächlich haben. Bereits geringe Umlenkwinkel erzeugen grundsätzlich Reibung. Nach der Euler-Eytelwein-Beziehung hängt die mögliche Differenz der Zugkräfte unter anderem vom Reibungskoeffizienten und vom Umschlingungswinkel ab. Je geringer die Umlenkung der Saite am Ösenaustritt, desto geringer ist daher prinzipiell auch der mögliche reibungsbedingte Einfluss. Der konkrete Betrag lässt sich bei einer Tennissaite aufgrund der zahlreichen Einflussgrößen allerdings nicht seriös pauschal beziffern. Einzelne konstruktive Vorteile können messbar sein, im Zusammenspiel aller Einflussgrößen aber an Bedeutung verlieren. Insbesondere wenn die Kalibrierung der Maschine mit installiertem Schläger durchgeführt wird, können zumindest die Winkeleinflüsse an der Öse etwas kompensiert werden. Der Vorteil des Diabolos zur Reduzierung der Klemmkräfte bleibt bestehen.Ein eindeutiger „Sieger“ lässt sich deshalb aus dem jeweiligen Tensioner-Konzept allein nicht ableiten. Mit allen drei Systemen lassen sich auf professionellen Maschinen hervorragende und reproduzierbare Besaitungsergebnisse erzielen. Entscheidend ist letztlich das Zusammenspiel aus hochwertiger Technik, korrekter Einstellung, konsistenter Arbeitsweise – und der Erfahrung des Besaiters.
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Professioneller Tennis-Besaitungsservice in Denkendorf - regional und deutschlandweit.
Besaitungsstudio
Die Besaitungsmaschine ist weit mehr als nur ein Werkzeug zum Einziehen einer Tennissaite. Konstruktion, Spannsystem, Einspannung und Zangen haben direkten Einfluss darauf, wie präzise und reproduzierbar ein Tennisschläger besaitet werden kann.Dabei bedeutet eine eingestellte Zugkraft von beispielsweise 24 kg nicht automatisch, dass mit jeder Maschine dasselbe Besaitungsergebnis entsteht. Unterschiede im Spannsystem, beim Nachregeln der Zugkraft, bei den Zangen oder der Rahmenfixierung können sich auf die tatsächlich erreichte Flächenhärte und deren Gleichmäßigkeit auswirken.Wer Besaitungsergebnisse vergleichen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Saite und Kilogrammzahl schauen – sondern auch auf die verwendete Besaitungsmaschine und eine professionelle Umsetzung.
Wo liegen die qualitativen Unterschiede einer Besaitungsmaschine?
Besaitungsmaschinen gibt es in einer sehr großen finanziellen Bandbreite. Auch mit günstigen Maschinen lassen sich – mit einigen Einschränkungen - für den Privatgebrauch schon ordentliche Ergebnisse erzielen. Doch welche Bestandteile machen den Unterschied?
Präzision des Spannsystems
Egal welches Spannsystem Verwendung findet - die eingestellte Zugkraft muss reproduzierbar und über den gesamten Besaitungsprozess bis zum Abklemmen der Saite konstant gehalten werden. Bei mechanischen Zugsystemen ist der Besaiter zum großen Teil für die Präzision verantwortlich. Gute elektronische Systeme ermöglichen - neben den wiederholt präzisen Einstellmöglichkeiten - auch ein kontrolliertes und schnelles Nachregeln aufgrund der Saitendehnung. Kalibrierung und regelmäßige Überprüfung von eingestellter Zugkraft und resultierender Saitenspannung ist Vorraussetzung für konsistente Ergebnisse. Eine hochwertige Maschine allein garantiert noch keine korrekte Zugkraft.
Qualität der Zangen
Eine gute Zange muss die Saite sicher halten, ohne sie zu beschädigen. Rutscht die Saite beim Abklemmen auch nur geringfügig durch, geht Spannung verloren und die Saite wird beschädigt. Um das zu gewährleisten, müssen die Zangen präzise einstellbar sein. Optimal ist zudem ein Arretiersystem, um ein Lösen der Einstellung während des Besaitungsprozesses auszuschließen. Es gibt auch selbsteinstellende Zangen, wo das aktive Einstellen der Zangen entfällt. Hochwertig beschichtete Klemmbacken sowie solide und verschleißfeste Mechanik gehören bei guten Zangen zum Standard.
Zangenbasis: Fixierung und Pull-Back
Nicht nur die Zange selbst, sondern auch deren Basis beeinflusst das Ergebnis. Spiel in der Mechanik, unzureichende Fixierung und Führung, Verdrehen der Basis, oder ein Zurückziehen (Pull-Back) der Zange nach Entlastung durch die Zugeinrichtung führt zu Spannungsverlusten. Hochwertige Systeme lassen nur minimalste dieser Bewegungen zu.
Die mechanische Basis: Rahmenaufnahme und Fixierung
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Stabilität der Schlägeraufnahme: muss gut einstellbar, absolut solide und verwindungssteif sein. Gerade bei günstigeren Systemen wird hier nicht so genau hingeschaut …. 6-Punkt-Systeme sind heute bei allen guten Maschinen Standard. Mit längsverstellbaren Domen zur Anpassung auf verschieden große Schläger wird eine bestmögliche Kraftverteilung bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Belastungen des Schlägerrahmens erreicht.
Komfort- und Zusatzfunktionen
Elektronische Systeme bieten nicht nur mehr Komfort. Einige sehr wichtige Zusatzfunktionen sind bei manuellen Maschinen überhaupt nicht - oder nur teilweise und das meist mit Einschränkungen möglich. Für eine gute Besaitung nicht zwingend ein KO-Kriterium, jedoch ist das volle Potential aller Möglichkeiten eben nicht ausschöpfbar.
elektronische Funktionen
Umsetzung mechanische Maschine
Knotenfunktion
Aufwand - unterbricht Workflow
Constant Pull
Systemvorgegeben
Prestretch
nur manuell vor dem Bespannen
Zuggeschwindigkeit
sehr bedingt manuell möglich - Konsistenz ausgeschlossen
Arretierung Spannkorb
mechanisch möglich
Speicherplätze
nein
Constant Pull und LockOut – warum 24 kg nicht immer 24 kg sind
LockOut
Das LockOut-System fixiert die Saite beim Erreichen der Nennspannung. Dehnt die Saite nach, ist die verbleibende Spannung in der Saite geringer als bei einem ConstantPull-System (System regelt nicht nach). Dieser Umstand muss beim Bespannen berücksichtigt werden.
Constant Pull
Ein ConstantPull-System erhält die Zugspannung bis zum Abklemmen der Saite aufrecht. D.h. das System regelt nach, wenn sich die Saite dehnt. Der Sollwert wird bis zum Abklemmen der Saite gehalten.
Besaitungsmaschine & Besaiter - Präzision im Verbund für konsistente Ergebnisse
Die eingestellte Kilogrammzahl ist eine reine Vorgabe an die Maschine – sie ist nicht das fertige Besaitungsergebnis. Insbesondere der DT-Wert eignet sich ganz hervorragend die Reproduzierbarkeit des Besaitungsergebnisses bei exakt identischen Bedingungen nachzuweisen.Hat man wechselnde Bedingungen bei …•Spannsystemen und deren Regelverhalten•der Genauigkeit bzw. Kalibrierung der Maschine•den Zugsystemen•den Einstellungen bzgl. der Geschwindigkeit des Zugvorgangs•der Dauer bis zum Abklemmen•der Qualität und Einstellung der Zangen•möglichen Pull Back‘s der Zangen•der korrekten Rahmenfixierung•der Arbeitsweise des Besaiters - Erfahrung - Kontrolle - Abläufe•Saiten und deren Dehnungsverhalten•Besaitungsmustern und Knotentechnikkönnen sich die Besaitungsergebnisse und die sich ergebenden DT-Werte voneinander unterscheiden. Ein professioneller Besaitungsservice mit ausreichend Erfahrung und gutem Equipment sollte immer konsistente und wiederholbare Ergenisse liefern können.
Rotationskopf vs Linearzug
Rotationsköpfe bringen wieder etwas Verluste und damit Ungenauigkeiten in das System. Alle Profi-Maschinen sind Linearzugmaschinen.
Welche Arten von Besaitungsmaschinen gibt es?
Hebelarmmaschinen
Das System Hebelarm ist vom Prinzip her einfach und gut. Grundsätzlich können damit sehr präzise Ergebnisse erzielt werden. Erfordert aber vom Besaiter absolut exaktes Arbeiten. Hier liegt das größte Fehlerpotential bei diesem System. Die Saite ist abzuklemmen, wenn der Hebel absolut waagrecht steht und das am besten in immer gleichem Zeitraum um auch konsistente Ergebnisse zu erhalten. Das kann bei sehr elastischen Saiten problematisch werden. Zudem ist auch die Einstellung bzw. Positionierung des Gewichtes - für konsistente Bedingungen - schwer zu reproduzieren. Größter Nachteil: langsamerer Arbeitsablauf und sehr bedienungsabhängig.
Kurbelmaschinen / Lockout-Systeme
Mit einer Kurbelmaschine ist man deutlich schneller als mit einer Hebelarmmaschine. Die Fehlerquelle der Waagrechtstellung entfällt. Die eingestellte Zugkraft wird erreicht, anschließend verriegelt das Spannsystem. Entspannt sich die Saite danach, wird diese Spannung nicht automatisch nachgeregelt. Es sind sehr konsistente, wiederholbare Ergebnisse möglich. Durch den LockOut und der fehlenden ConstantPull – Funktionalität ist die Zugspannung entsprechend anzupassen wenn man vergleichbare Ergebnisse zu einer CP-Maschine erzielen möchte.
Elektronische Besaitungsmaschine
Gegenüber den mechanischen Maschinen, lassen sich je nach Ausbaustufe alle Parameter präzise einstellen. Kontrollierte und komfortable Arbeitsabläufe werden möglich. Elektronisches Prestretch, Knotenspannung, Zuggeschwindigkeit, Drehtischbremse um nur ein paar Features zu nennen. Richtige Kalibrierung vorausgesetzt (gilt aber auch für die mechanischen Maschinen), hat man immer identische Voraussetzungen. Die Einstellung der Zugspannung kann sehr fein abgestuft und vor allem reproduzierbar erfolgen. Entscheidend ist allerdings, wie die Elektronik die Zugkraft regelt. Bei den mechanischen Maschinen ist das Einstellen in der Regel etwas ungenauer und erfordert sehr gewissenhafte Arbeit des Besaiters.
Elektronische Constant-Pull-Systeme
Ein ConstantPull-System erhält die Zugspannung bis zum Abklemmen der Saite aufrecht. D.h. das System stellt nach, und gleicht das unmittelbare Nachgeben der Saite aus. Dadurch unterscheidet sich das Verhalten grundsätzlich von einem Lockout-System.
Fazit: Was zeichnet eine professionelle Besaitungsmaschine aus?
Kurz zusammengefasst: Präzises und reproduzierbares Spannsystem, hochwertige Zangen und Zangenbasen, stabile Rahmenaufnahme, geringe mechanische Toleranzen, kontrollierbare Zuggeschwindigkeit, zuverlässige Kalibrierbarkeit und ein ergonomischer Arbeitsablauf.Eine professionelle Maschine macht nicht automatisch eine professionelle Besaitung. Sie schafft aber die technischen Voraussetzungen dafür
Welche Besaitungsmaschine liefert die beste Besaitung?
Mit allen genannten Systemen lassen sich mit der richtigen Technik und Arbeitsweise hervorragende Ergebnisse erzielen.Es gibt nicht einfach eine Maschine, die automatisch das beste Ergebnis erzeugt. Eine gut gewartete und korrekt bediente einfachere Maschine kann sehr gute Ergebnisse liefern. Professionelle elektronische Constant-Pull-Maschinen bieten jedoch technische Voraussetzungen, die schnelle, präzise und reproduzierbare Arbeitsabläufe erleichtern.Der Unterschied liegt also weniger darin, dass auf Maschine X „gutes Tennis“ und auf Maschine Y „schlechtes Tennis“ herauskommt. Interessanter ist, wie zuverlässig ein einmal gefundenes Setup beim nächsten Besaiten wieder erreicht wird.
Linear - Gripper , Active Puller oder Diabolo-System?
Die Zugeinrichtung – der sogenannte Tensioner – gehört zu den entscheidenden Komponenten einer professionellen Besaitungsmaschine. Dabei zählt nicht nur, wie exakt die eingestellte Zugkraft erreicht wird, sondern auch, wie die Saite gegriffen, geführt und auf Spannung gebracht wird.Gerade hier unterscheiden sich moderne Maschinenkonzepte deutlich. Neben dem klassischen Linear-Gripper kommen Systeme mit vorgeschaltetem Diabolo zum Einsatz, das durch die Umschlingung einen Teil der Zugkraft aufnimmt und damit die Spannbacken entlastet. Einen anderen Ansatz verfolgt Babolat mit dem Advanced Gripper, dessen Spannbacken automatisch an die Saite zugestellt werden.Bei hochwertigen HEAD-Systemen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die automatische Höhenanpassung des Tensioners richtet die Zugeinrichtung zur jeweiligen Saite aus. Dadurch wird die Umlenkung der Saite am Ösenaustritt möglichst gering gehalten und zusätzliche Reibung zwischen Saite und Öse bzw. Rahmen reduziert.Die unterschiedlichen Lösungen zeigen: Ein Tensioner hat weit mehr Aufgaben als lediglich die eingestellte Zugkraft zu erzeugen. Saitenführung, Umlenkwinkel, Reibung und die Belastung der Saite im Gripper können sich je nach Maschinenkonzept deutlich unterscheiden – und damit auch das tatsächliche Verhalten während des Besaitungsvorgangs.
Selbstverstärkende Klemmung am Tensioner
Bei allen Systemen wird die Saite zwischen 2 Backen gehalten. Die Spannbacken laufen in einer keilförmigen Führung. Mit zunehmender Zugkraft werden sie stärker gegeneinander gedrückt – die Klemmkraft passt sich dadurch mechanisch an die anliegende Saitenzugkraft an. Eine in sich selbstverstärkende Klemmung. Je höher die Zugkraft, desto mehr werden die beiden Backen auch zusammengedrückt. Hohe Kräfte können zu Abdrücken oder Marker auf der Saite führen. Anders als bei den Klammern, kann man in den allermeisten Fällen den Hub hier nicht begrenzen um ein übermäßiges Quetschen der Saite zu verhindern. In der Regel, ist das Auftreten dieser unschönen Marker rein kosmetischer Natur.
Linear Gripper mit Höhenanpassung
Abhängig vom Höhenversatz zwischen Öse und Gripper entstehen durch die Umlenkung Reibkräfte, die die tatsächliche Spannung der Seite im Schlägerrahmen reduzieren können. Die Spannung im Rahmen ist etwas geringer als die eingestellte Zugspannung der Maschine. Gripper mit automatischer Höhenanpassungen sollen diesen Effekt minimieren.
Active Puller
Wird als „advanced puller“ beschrieben. Die Backen werden aktiv unmittelbar vor der eigentlichen Zugbewegung geschlossen. So kann ein anfängliches Durchrutschen der Saite bis zum Aufbau der Zugraft reduziert werden. Optimal wäre es, wenn in diesem Zusammenhang die benötigte Klemmkraft aktiv regelbar wäre. Einen belastbaren Hinweis dafür, dass ein Sensor im Puller die notwendige Klemmkraft der Spannbacken fortlaufend misst und individuell an Poly, Multi, Darm oder den Durchmesser anpasst, ist in den Dokumentationen nicht zu finden.
Diabolo-System
Durch die Umschlingung wird bereits ein Teil der Kraft über Reibung am Diabolo aufgenommen. Die Spannbacken müssen entsprechend weniger Haltekraft übertragen. Weniger Flächenpressung bzw. weniger Relativbewegung im Gripper. Die Saite wird deutlich schonender gezogen. Wer also einen Diabolo hat, sollte den auch unbedingt nutzen!
Unterschiedliche Konzepte – welches ist das beste?
Linear-Gripper, Diabolo-System oder Babolat Advanced Gripper – jedes dieser Konzepte verfolgt einen etwas anderen technischen Ansatz und hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Einige Unterschiede lassen sich physikalisch eindeutig erklären: Ein Diabolo reduziert beispielsweise die auf den Spannbacken anliegende Zugkraft, eine angepasste Höhe des Tensioners verringert Umlenkung und Reibung am Ösenaustritt, während selbstverstärkende oder aktiv zugestellte Spannbacken die Saite auf unterschiedliche Weise sicher im Gripper halten können.
Welche Auswirkungen haben die Konzepte?
Als physikalisches Modell zur Darstellung des Einflusses des Umlenkwinkels eignet sich die Euler-Eytelwein-Gleichung. Zwar entspricht eine Tennissaite am Ösenaustritt oder die Umschlingung des Diabolos aufgrund der Steifigkeit und der unterschiedlichen Geometrien oder Materialpaarungen der Saiten diesem idealisierten Modell nicht vollständig – aber für eine Abschätzung des Einflusses der Umlenkwinkel ist dieser Zusammenhang als physikalisches Modell bestens geeignet.
Einfluss Winkel an der Öse:
Auch wenn der Reibwert oder der Winkel aufgrund unterschiedlicher Parameter individuell schwanken, wäre die Saitenspannung immer nur dann gleich der eingestellten Zugspannung, wenn der Ein- oder Austrittswinkel an der Öse Null wäre - oder keine Reibung vorliegt, was auszuschließen ist.
Einfluss des Diabolos:
Recht eindeutig zu sehen - ein Diabolo reduziert die vom Gripper benötigte Haltekraft. Auch wenn die realen Parameter nur abzuschätzen sind - und die Ermittlung der absoluten Werten nicht seriös auf rechnerischem Weg zu ermitteln sind - bleibt der positive Effekt der reduzierten Klemmung der Saite.
Nicht beantwortet bleibt, welche praktische Relevanz diese Unterschiede für das fertige Besaitungsergebnis tatsächlich haben. Bereits geringe Umlenkwinkel erzeugen grundsätzlich Reibung. Nach der Euler-Eytelwein-Beziehung hängt die mögliche Differenz der Zugkräfte unter anderem vom Reibungskoeffizienten und vom Umschlingungswinkel ab. Je geringer die Umlenkung der Saite am Ösenaustritt, desto geringer ist daher prinzipiell auch der mögliche reibungsbedingte Einfluss. Der konkrete Betrag lässt sich bei einer Tennissaite aufgrund der zahlreichen Einflussgrößen allerdings nicht seriös pauschal beziffern. Einzelne konstruktive Vorteile können messbar sein, im Zusammenspiel aller Einflussgrößen aber an Bedeutung verlieren. Insbesondere wenn die Kalibrierung der Maschine mit installiertem Schläger durchgeführt wird, können zumindest die Winkeleinflüsse an der Öse etwas kompensiert werden. Der Vorteil des Diabolos zur Reduzierung der Klemmkräfte bleibt bestehen.Ein eindeutiger „Sieger“ lässt sich deshalb aus dem jeweiligen Tensioner-Konzept allein nicht ableiten. Mit allen drei Systemen lassen sich auf professionellen Maschinen hervorragende und reproduzierbare Besaitungsergebnisse erzielen. Entscheidend ist letztlich das Zusammenspiel aus hochwertiger Technik, korrekter Einstellung, konsistenter Arbeitsweise – und der Erfahrung des Besaiters.