Power Pads – Relikt oder
Vorläufer moderner
Saitenführungen?
Woher kommen Power Pads?
Ursprünglich stammen sie aus der Zeit der Holzschläger und Naturdarmsaiten. Kleine Stücke aus Leder – oder andere eher elastische Materialien – werden zwischen Rahmen/Ösenband und der Umlenkung der Längssaite gelegt. Typisch sind die zentralen Längssaiten im Herzbereich.Der ursprüngliche Zweck war sehr handfest: Bei älteren Rahmen musste die Saite teilweise mit einem ziemlich kleinen Radius um den Rahmen bzw. durch die Bohrung geführt werden. Gerade dünner Naturdarm reagiert empfindlich auf solche engen Umlenkungen. Das Leder erzeugt einen größeren Umlenkradius und reduziert damit die lokale Belastung der Saite
Was verändern Power Pads
tatsächlich?
größerer Umlenkradius der Saite
real
Schutz der Saite an kritischen Stellen
real
andere Schwingungs-/ Dämpfungscharakteristik
plausibel
größerer Sweetspot
zweifelhaft
spürbar mehr Power
kaum belastbar
Komfortsteigerung
unwahrscheinlich
Interessant ist der Name „Power Pad“, denn gerade „Power“ ist vermutlich der am wenigsten überzeugende Effekt. Durch das Pad verändert sich zwar die Geometrie der Saite geringfügig. Daraus eine relevante Leistungssteigerung abzuleiten, wäre aber ziemlich gewagt.Bei einem Rahmen, bei dem eine Längssaite konstruktionsbedingt einen ungewöhnlich engen Umlenkwinkel am Ösenband bekommt, kann ein Power Pad auch heute technisch sinnvoll sein. Wenn z.B. bei einer bestimmten Main aufgrund des Winkels Saitenbruch auftritt, kann das Problem evtl. durch ein Leder-Pad entschärft werden. Insbesondere die erste Main, die im Bereich des Schlägerherzes von außen durch den Rahmen geführt wird, ist bei manchen Schlägern etwas anfällig.
Warum sieht man Power Pads heute
kaum noch?
Moderne Rahmen und insbesondere moderne Ösensysteme haben das ursprüngliche Problem weitgehend beseitigt. Die Saite läuft normalerweise über wesentlich günstigere Radien. Gleichzeitig ist Naturdarm viel seltener geworden und Polyester deutlich unempfindlicher gegenüber genau dieser Art mechanischer Belastung. Man findet gerade im Herzbereich Konstruktionen, bei denen die zentralen Mains nicht einfach über einen kleinen, harten Radius umgelenkt werden, sondern eine breitere bzw. verrundete Auflagefläche bekommen.Das klassische Power Pad vergrößert primär den Umlenkradius und verändert die Auflage der Saite. Als Nebeneffekt kann die Saite an dieser Stelle etwas beweglicher bzw. weniger hart angekoppelt sein.Bei manchen Power-/Comfort-Konstruktionen moderner Rahmen wird dagegen gezielt mit längeren frei beweglichen Saitenabschnitten, größeren Ösenöffnungen oder anders gestalteten Umlenkungen gearbeitet. Das Ziel ist dann ausdrücklich mehr Saitenbewegung, Komfort bzw. ein leistungsfähigeres Saitenbett. Das Prinzip ähnelt dem Power Pad geometrisch, ist aber nicht zwingend aus dem Power Pad entstanden.
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Woher kommen Power Pads?
Ursprünglich stammen sie aus der Zeit der Holzschläger und Naturdarmsaiten. Kleine Stücke aus Leder – oder andere eher elastische Materialien – werden zwischen Rahmen/Ösenband und der Umlenkung der Längssaite gelegt. Typisch sind die zentralen Längssaiten im Herzbereich.Der ursprüngliche Zweck war sehr handfest: Bei älteren Rahmen musste die Saite teilweise mit einem ziemlich kleinen Radius um den Rahmen bzw. durch die Bohrung geführt werden. Gerade dünner Naturdarm reagiert empfindlich auf solche engen Umlenkungen. Das Leder erzeugt einen größeren Umlenkradius und reduziert damit die lokale Belastung der Saite
Was verändern Power Pads tatsächlich?
größerer Umlenkradius der Saite
real
Schutz der Saite an kritischen Stellen
real
andere Schwingungs-/ Dämpfungscharakteristik
plausibel
größerer Sweetspot
zweifelhaft
spürbar mehr Power
kaum belastbar
Komfortsteigerung
unwahrscheinlich
Interessant ist der Name „Power Pad“, denn gerade „Power“ ist vermutlich der am wenigsten überzeugende Effekt. Durch das Pad verändert sich zwar die Geometrie der Saite geringfügig. Daraus eine relevante Leistungssteigerung abzuleiten, wäre aber ziemlich gewagt.Bei einem Rahmen, bei dem eine Längssaite konstruktionsbedingt einen ungewöhnlich engen Umlenkwinkel am Ösenband bekommt, kann ein Power Pad auch heute technisch sinnvoll sein. Wenn z.B. bei einer bestimmten Main aufgrund des Winkels Saitenbruch auftritt, kann das Problem evtl. durch ein Leder-Pad entschärft werden. Insbesondere die erste Main, die im Bereich des Schlägerherzes von außen durch den Rahmen geführt wird, ist bei manchen Schlägern etwas anfällig.
Warum sieht man Power Pads heute kaum noch?
Moderne Rahmen und insbesondere moderne Ösensysteme haben das ursprüngliche Problem weitgehend beseitigt. Die Saite läuft normalerweise über wesentlich günstigere Radien. Gleichzeitig ist Naturdarm viel seltener geworden und Polyester deutlich unempfindlicher gegenüber genau dieser Art mechanischer Belastung. Man findet gerade im Herzbereich Konstruktionen, bei denen die zentralen Mains nicht einfach über einen kleinen, harten Radius umgelenkt werden, sondern eine breitere bzw. verrundete Auflagefläche bekommen.Das klassische Power Pad vergrößert primär den Umlenkradius und verändert die Auflage der Saite. Als Nebeneffekt kann die Saite an dieser Stelle etwas beweglicher bzw. weniger hart angekoppelt sein.Bei manchen Power-/Comfort-Konstruktionen moderner Rahmen wird dagegen gezielt mit längeren frei beweglichen Saitenabschnitten, größeren Ösenöffnungen oder anders gestalteten Umlenkungen gearbeitet. Das Ziel ist dann ausdrücklich mehr Saitenbewegung, Komfort bzw. ein leistungsfähigeres Saitenbett. Das Prinzip ähnelt dem Power Pad geometrisch, ist aber nicht zwingend aus dem Power Pad entstanden.